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Ungewohnte Perspektive: Hinteransicht
des Bischöflichen Offizialats in Vechta
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Verwalten, leiten, dienen:
Das Bischöflich Münstersche Offizialat in Vechta
Oldenburger Land. 120 Gemeinden, eine Nord-Südausdehnung von 140 Kilometern, eine Ost-Westausdehnung von 75 Kilometern. 5440 Quadratkilometer. Nackte Zahlen für den kirchlichen Bereich, der vom Bischöflich Münsterschen Offizialat in Vechta aus organisiert und verwaltet wird.
Ist ein Offizialat im üblichen Sinn ein kirchliches Ehegericht, bei dem zum Beispiel über Eheannulierungen entschieden wird, entspricht das Offizialat in Vechta einem eigenen Generalvikariat - neben dem in Münster. Ihm steht seit Herbst 2001 Offizial und Weihbischof Heinrich Timmerevers vor. Unterstützt wird er von einer Dienstgemeinschaft mit rund 100 Mitarbeitern in sieben Abteilungen.
Rund 270.000 Katholiken leben heute im Offizialatsbezirk. Bei einer Million Einwohnern im Oldenburger Land entspricht das einem Katholiken-Anteil von 27 Prozent. Dabei gibt es konfessionsmäßig ein eindeutiges Süd-Nord-Gefälle: Gehören im Süden des Oldenburger Landes 80 Prozent der römisch-katholischen Kirche an, sind es im Norden lediglich 20 Prozent.
Zwar ist das Oldenburger Land durch viele Traditionen geprägt, doch machen gesellschaftliche Veränderungen wie Sparzwänge auch vor dieser Region nicht halt. Verantwortliche im Offizialat ermutigen deshalb dazu, Strukturen zu verändern. So erhalten neben den Dekanaten sogenannte "Seelsorgeeinheiten" und "Pfarreiengemeinschaften" eine immer größere Bedeutung. Ihr Prinzip: Nicht Jeder muss alles anbieten. Ein Flohmarkt, bei dem beispielsweise Spielsachen an sozial schwache Familien verkauft werden, wird nicht mehr nur von einer Pfarrei veranstaltet, sondern von dreien oder vieren gemeinsam.
Gleichzeitig gibt es im Oldenburger Land Traditionen, die gerne fortgesetzt werden.
Ein Beispiel ist der sogenannte "Oldenburger Bekenntnistag", der zu den größten kirchlichen Ereignissen der Region gehört. 1985 neu belebt erinnert er an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus im Oldenburger Land.
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Literaturhinweise
Geschichte
Text: Dietmar Kattinger, Foto: Willi Rolfes